Zur Vorgeschichte des Begriffs der 'kreativen Phantasie'

  • Gegen die gängige Vorstellung von der ‚kreativen Phantasie‘ als dem schöpferischen Vermögen des Dichters argumentiert der Aufsatz, dass erst mit der Frühromantik die Phantasie zum kreativen Vermögen erklärt wird, davor jedoch die Vernunft als kreatives Vermögen galt. In der Fakultätenpsychologie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit wurde die imaginatio als ein rein passives Vorstellungsvermögen der Vernunft nicht entgegengestellt, sondern ihr übergeordnet, indem sich die Vernunft der Phantasie als bildgebendem Verfahren bediente. Während das Ergebnis der Phantasie seit der Frühromantik als ästhetisches ‚Werk‘ im emphatischen Sinne gilt, war das Ergebnis der dichtenden Vernunft ein Argument im logischen Sinne, das Prozess der inventio gefunden worden war. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelt sich dann der Begriff der ‚kreativen Phantasie‘ aus dem rhetorischen Konzept der Anschaulichkeit (evidentia).

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Metadaten
Author details:Volkhard Wels
URN:urn:nbn:de:kobv:517-opus4-87200
Publication series (Volume number):Zweitveröffentlichungen der Universität Potsdam : Philosophische Reihe (92)
Publication type:Postprint
Language:German
Publication year:2005
Publishing institution:Universität Potsdam
Release date:2016/02/08
Tag:Begriffsgeschichte der Phantasie; Kreativität; Poetik; Rhetorik; Vorstellungsvermögen
Organizational units:Philosophische Fakultät / Institut für Germanistik
DDC classification:1 Philosophie und Psychologie / 10 Philosophie / 100 Philosophie und Psychologie
Peer review:Referiert
License (German):License LogoCC BY - Namensnennung, 4.0 International
External remark:Bibliographieeintrag der Originalveröffentlichung/Quelle
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