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Die Diskrepanz zwischen persönlicher Einstellung und Meinungsklimawahrnehmung

The Discrepancy Between Personal Attitude and the Perception of the Climate of Opinion

  • Die vorliegende Dissertation thematisiert den Unterschied zwischen Einstellungen, die auf der persönlichen Ebene im Rahmen demoskopischer Interviews erfragt und zu einem „Meinungsbild“ aggregiert werden und der öffentlichen Meinung, dem wahrgenommenen Meinungsklima zu einer Thematik. Die Daten der langjährigen Bevölkerungsbefragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) weisen, hinsichtlich der persönlichen Einstellung der Bundesbürger zu den Streitkräften, seit vielen Jahren beständig darauf hin, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger der Bundeswehr positiv gegenübersteht. Gleichzeitig existiert in Teilen der Bevölkerung die Meinungsklima-wahrnehmung, dass die Bundeswehr auf gesamtgesellschaftlicher Ebene eher kritisch gesehen wird. Der im Rahmen dieser Arbeit erstmalig entwickelte medienzentrierte Untersuchungsansatz des Phänomens, welches als Ausprägung pluralistischer Ignoranz theoretisch hergeleitet wurde, fokussiert, neben dem Einfluss eines doppelten Meinungsklimas, auf dieDie vorliegende Dissertation thematisiert den Unterschied zwischen Einstellungen, die auf der persönlichen Ebene im Rahmen demoskopischer Interviews erfragt und zu einem „Meinungsbild“ aggregiert werden und der öffentlichen Meinung, dem wahrgenommenen Meinungsklima zu einer Thematik. Die Daten der langjährigen Bevölkerungsbefragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) weisen, hinsichtlich der persönlichen Einstellung der Bundesbürger zu den Streitkräften, seit vielen Jahren beständig darauf hin, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger der Bundeswehr positiv gegenübersteht. Gleichzeitig existiert in Teilen der Bevölkerung die Meinungsklima-wahrnehmung, dass die Bundeswehr auf gesamtgesellschaftlicher Ebene eher kritisch gesehen wird. Der im Rahmen dieser Arbeit erstmalig entwickelte medienzentrierte Untersuchungsansatz des Phänomens, welches als Ausprägung pluralistischer Ignoranz theoretisch hergeleitet wurde, fokussiert, neben dem Einfluss eines doppelten Meinungsklimas, auf die Wirkung medienspezifischer Wahrnehmungsphänomene (Hostile-Media-Phänomen und Third-Person-Wahrnehmung), um die beobachtete Diskrepanz zwischen persönlicher Einstellung und Meinungsklimawahrnehmung zum Thema Ansehen der Bundeswehr zu erklären. Im Rahmen einer quantitativen Bevölkerungsbefragung wurden Indikatoren entwickelt, um die aufgestellten Hypothesen einer empirischen Überprüfung zu unterziehen. Die deskriptiven Analysen zur Richtung und Ausprägung der Diskrepanzwahrnehmung ergaben, dass sich die Bürgerinnen und Bürger eher in der Weise irren, dass sie das Meinungsklima zum Thema Ansehen der Bundeswehr negativer einschätzen als das Ansehen, welches sie den Streitkräften persönlich entgegenbringen (negative Diskrepanz-wahrnehmung). Außerdem zeigte sich, dass die Diskrepanzwahrnehmung zurückging, wenn dem Untersuchungsthema ein emotionales Potenzial zugesprochen wurde. In einem solchen Fall tendieren die Probanden dazu, die eigene Meinung dicht an der antizipierten Mehrheitsmeinung zu positionieren, um sich keinem Rechtfertigungsdruck oder schlimmstenfalls sozialer Isolation auszusetzen. Die Ergebnisse der Analysen der vier zentralen erklärenden Variablen zeigten auf, dass sich alle formulierten Hypothesen zur Richtung der Diskrepanzwahrnehmung bestätigten. Eine vermehrte Mediennutzung, eine negative Wahrnehmung der generellen bundeswehrbezogenen Medienberichterstattung, eine persönlich positive Einstellung zur Bundeswehr und die Wahrnehmung, dass die Medien auf Dritte stärker wirken als auf die eigene Person trugen jeweils zu einem Anstieg der negativen Diskrepanzwahrnehmung zum Thema Ansehen der Bundeswehr bei. Personen, die diese Merkmale aufwiesen, schätzten das Meinungsklima zum Thema Ansehen der Bundeswehr negativer ein als das Ansehen, welches sie den Streitkräften persönlich entgegenbrachten. Die Analyse der Stärke der jeweiligen Effekte verdeutlichte jedoch, dass die verwendeten Erklärungsansätze jeweils nur einen kleinen oder mittleren Beitrag zur Erklärung der Diskrepanzwahrnehmung leisten konnten. Dieses Ergebnis kann dadurch begründet werden, dass sich das Untersuchungsthema, neben der Ermangelung einer kontinuierlichen Medienberichterstattung und eines breiten öffentlichen Diskurses zum Thema Ansehen der Bundeswehr sowie fehlender persönlicher Bezüge zu den Streitkräften, in der Analyse insbesondere als zu wenig konfliktträchtig erwies. Ob die Bundeswehr gesellschaftliches Ansehen erfährt, besitzt für den Großteil der Bevölkerung nur eine geringe persönliche Relevanz. Aus diesen Gründen scheint dieses Thema nicht dazu geeignet zu sein, um die in dieser Dissertation als Erklärungsfaktoren herangezogenen medienspezifischen Wahrnehmungsphänomene auszubilden. Dieses Ergebnis impliziert, dass die Diskrepanz zwischen persönlicher Einstellung und Meinungs-klimawahrnehmung zum Thema Ansehen der Bundeswehr von einer Reihe weiterer Faktoren beeinflusst wird, die es im Rahmen zukünftiger Forschungsarbeiten aufzuspüren und zu untersuchen gilt.show moreshow less
  • The dissertation addresses the discrepancy between attitudes asked about personally in demoscopic interviews and aggregated into an "opinion pattern" and public opinion, the perceived climate of opinion regarding a topic. The data of the long-term public survey of the Bundeswehr Center of Military History and Social Sciences (ZMSBw) have indicated for many years that the majority of people in Germany have a positive attitude towards their armed forces, the Bundeswehr. At the same time, the perception of the climate of opinion regarding the Bundeswehr in sections of the population is that society as a whole has a rather critical attitude towards it. Developed for this paper, the media-centered research approach to the phenomenon, which was theoretically derived as a form of pluralist ignorance, focusses not only on the influence of a double climate of opinion, but also on the effect of media-specific phenomena (the hostile media phenomenon and third person perception) in order to account for the discrepancy between personal attitudesThe dissertation addresses the discrepancy between attitudes asked about personally in demoscopic interviews and aggregated into an "opinion pattern" and public opinion, the perceived climate of opinion regarding a topic. The data of the long-term public survey of the Bundeswehr Center of Military History and Social Sciences (ZMSBw) have indicated for many years that the majority of people in Germany have a positive attitude towards their armed forces, the Bundeswehr. At the same time, the perception of the climate of opinion regarding the Bundeswehr in sections of the population is that society as a whole has a rather critical attitude towards it. Developed for this paper, the media-centered research approach to the phenomenon, which was theoretically derived as a form of pluralist ignorance, focusses not only on the influence of a double climate of opinion, but also on the effect of media-specific phenomena (the hostile media phenomenon and third person perception) in order to account for the discrepancy between personal attitudes and the perception of the climate of opinion regarding the standing of the Bundeswehr. In a quantitative public survey, indicators were developed to subject the hypotheses formulated to an empirical examination. The descriptive analyses concerning the direction and degree of the discrepancy revealed that people tend to err in that they rate the standing that the Bundeswehr enjoys based on the perception of the climate of opinion more negatively than the standing it enjoys based on their personal attitudes towards it (perception of a negative discrepancy). The analyses furthermore revealed that the discrepancy declined when an emotional potential was attributed to the topic of the study. In such cases, the test persons tended to position their own opinions close to the anticipated majority opinion in order to avoid the pressure of having to justify themselves or, at worst, social isolation. The results of the analyses of the four central explanatory variables indicated that all the hypotheses formulated on the direction of the perception of the discrepancy were confirmed. Increased use of the media, a negative perception of the general media coverage of the Bundeswehr, a positive personal attitude towards the Bundeswehr and the perception among people that media have a stronger impact on others than on themselves each contributed to a rise in the perception of a negative discrepancy regarding the topic of the standing of the Bundeswehr. People with these characteristics rated the standing that the Bundeswehr enjoys based on the perception of the climate of opinion more negatively than the standing it enjoys based on their personal attitudes towards it. The analysis of the strength of the effects made clear, however, that the approaches used to account for the perception of the discrepancy were only of minor or medium help in doing so. This result can be accounted for by the fact that the subject of the study proved to be insufficiently controversial in the analysis due both to a lack of continuous media coverage and a broad public discourse on the topic of the Bundeswehr and to a lack of personal connections with the armed forces. Whether or not the Bundeswehr enjoys a good standing in society is of little personal relevance for most people. For these reasons, the topic does not seem suitable for framing the media-specific phenomena of perception that are used in this dissertation as explanatory factors. This result implies that the discrepancy in the standing of the Bundeswehr based on personal attitudes and the perception of the climate of opinion regarding the topic is influenced by a number of other factors that need to be traced and studied in the framework of future research studies.show moreshow less

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Metadaten
Author:Meike Wanner
Subtitle (German):Empirische Analysen zum Thema Ansehen der Bundeswehr
Subtitle (English):Empirical Analysis, Using the Bundeswehr as an Example
Referee:Ulrich KohlerORCiDGND, Peter SelbORCiDGND
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of first Publication:2018/02/06
Year of Completion:2017
Publishing Institution:Universität Potsdam
Granting Institution:Universität Potsdam
Date of final exam:2017/11/13
Release Date:2018/02/06
Tag:Bundeswehr; Hostile-Media-Phänomen; Meinungsklima; Pluralistische Ignoranz; Third-Person-Wahrnehmung
Climate of Opinion; German armed forces; Hostile-Media-Phenomenon; Pluralistic ignorance; Third-Person-Perception
Pagenumber:213
Organizational units:Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät / Sozialwissenschaften
Dewey Decimal Classification:3 Sozialwissenschaften / 30 Sozialwissenschaften, Soziologie / 300 Sozialwissenschaften